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Vier Fragesteller (ich sage bewusst nicht "Moderatoren") lesen unspektakuläre Fragen vor und Politiker
antworten darauf wie gewohnt. Die Situation glich einer Pressekonferenz, wo der Medienvertreter (und manchmal auch Stimme des Volkes) brav seine Frage stellt, und der Volksvertreter (manchmal auch
Medienmensch) routiniert antwortet und “Zeitpunkte” bekommt. Das starre Konzept ließ gar keine leidenschaftlichen Highlights zu.
Das Konzept der TV-Macher war einfach falsch.
Statt der Formation von TV-Journalisten hätte ich mir eine kleine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern sehr gut vor- stellen können. Wir hätten das bekommen, was wir so sehnlichst
erwartet haben und eine unmittelbare Reaktion des Volkes gleich mit dazu. Da kann kein Politiker mit vorformulierten Allgemeinplätzen antworten, sondern muss deutlich sagen was er redet. Auch für die
beiden Spitzenpolitiker wäre das eine Gelegenheit gewesen, sich dem "Volk" lebensnah zu präsentieren.
Nicht immer sind es nur die "Kandidaten", die den Wert einer Sendung ausmachen. Wie kann ein allerorts erwartetes, ja, erhofftes, leidenschaft-lich-mitreissendes "Duell" wachsen, wenn schon das
starre Sendungskonzept dies im Ansatz vereitelt?
Das "Spektakulärste" an der Sendung war wohl die wiederholte Bekanntgabe des "Zeitkontos". Sollte das etwa die Situation anheizen, sollte das Spannung erzeugen? Eine überflüssige Kompo-nente, ebenso
wie die ungemein professionelle Journalisten-Frage "Duzen Sie sich?".
Wieder mehr Rückgrat bei den Journalisten.
Was wir, was unsere Medien brauchen, sind Journalisten, die sich wieder trauen, die nachhaken, die einfach Rückgrad haben. Leider ist es auch hier so: man sonnt sich in der Aura der
Prominenz, bloss keinem auf die Füße treten. Die Riege der prominenten Journailie ist satt und zufrieden mit sich und der Welt.
Es reicht einfach nicht, bekannte TV-Figuren hinzustellen und sie Fragen nach Quiz-Manier stellen zu lassen.
Die Sender fingen vor ungefähr 20 Jahren mit neuem Marketing an: Personen-Marketing. Personen sollen Quote schaffen, Köpfe sind Trumpf. Ein prominentes Gesicht als Zugpferd macht das Spiel. Konzepte
und Inhalte wurden sekundär. Irgendwann, ja bald schon, wird diese Taktik zum Eigentor mutieren.
Die Politik macht´s auch so. Während die BRD vor fünf bis sechs Jahrzehnten mit Programmen, mit Inhalten, mit Visionen aufgebaut wurde, ist es heute mehr denn je Personenkult, von der obersten
Parteienriege bis zum Ortsverein. Die Inhalte gehen verloren, verwässern sich oder gleichen sich an.
Fazit:
Sechs Köpfe können eine Sendung machen. Ein Konzept kann eine Sendung gut machen.
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-tja-
Take Janssen